{"id":334,"date":"2026-06-07T18:38:47","date_gmt":"2026-06-07T18:38:47","guid":{"rendered":"https:\/\/neu.hubbelratherschuetzen.de\/?page_id=334"},"modified":"2026-06-07T18:38:48","modified_gmt":"2026-06-07T18:38:48","slug":"altschuetzen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/neu.hubbelratherschuetzen.de\/?page_id=334","title":{"rendered":"Altsch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Anwachsen der St\u00e4dte im 12.\/13. Jahrhundert f\u00fchrte zur Bildung von Sch\u00fctzengilden, einem Zusammenschluss von B\u00fcrgern, die b\u00fcrgerwehr\u00e4hnliche Aufgaben wahrnahmen, aber auch der Geselligkeit wie dem Ausschie\u00dfen eines K\u00f6nigs f\u00fchrten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im 14. und 15. Jahrhundert erhielten die Sch\u00fctzengilden dadurch gro\u00dfe Bedeutung, dass sie sich mit den Z\u00fcnften und Gilden der Handwerker und Gewerbebetreibenden gegen die Vorherrschaft des Besitzb\u00fcrgertums (Patrizier) verbanden. Ebenso wie diese Z\u00fcnfte und Gilden standen auch die Sch\u00fctzengilden, deren Namen nicht von Sch\u00fctzen oder Besch\u00fctzen, sondern von &#8220;Schie\u00dfen\u201c abgeleitet werden m\u00fcssen, von Anbeginn in einer sehr engen Verbindung zu den kirchlichen Bruderschaften; sie sind jedoch nicht aus diesen hervorgegangen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem, im Jahr 950 erstmals erw\u00e4hnten Hubbelrath erfolgte die Gr\u00fcndung einer dem heiligen Sebastian geweihten Bruderschaft erst in der Notzeit des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges (1618-1648).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der hl. Sebastianus, ein r\u00f6mischer Soldat aus Mailand, war nach der Legende Offizier der kaiserlichen Leibgarde \u2013 erlitt unter Kaiser Diokletian den M\u00e4rtyrertod, weil er seinem christlichen Glauben nicht abschw\u00f6ren wollte. Er wurde zum Tod durch Erschie\u00dfen verurteilt. Die Pfeilsch\u00fcsse des Hinrichtungskommandos \u00fcberlebte er jedoch, sodass man ihn zus\u00e4tzlich noch folterte und dann erschlug.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahre 1635 wurde mit Antonius Graufeld der erste Sch\u00fctzenk\u00f6nig ausgeschossen. Dieses Jahr hat man als Gr\u00fcndungsjahr der Hubbelrather Sch\u00fctzenbruderschaft zugrunde gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das 1876 eingeschmolzene historische Sch\u00fctzensilber im Gewicht von 1193 Gramm &#8211; es wurde f\u00fcr 129,10 Mark verkauft zugunsten der Anschaffung einer neuen Kirchenorgel &#8211; lie\u00df jedoch darauf schlie\u00dfen, dass auch schon vor dem Gr\u00fcndungsjahr 1635 Sch\u00fctzen in Hubbelrath aktiv waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diesem Sch\u00fctzensilber erschienen im Laufe der Jahrhunderte Namen, die uns Hubbelrathern auch heute noch gel\u00e4ufig sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1744 wurde die heute noch erhaltene, 1864 zum ersten und 1978 zum zweiten Mal restaurierte, Fahne mit Darstellung der Kirchenpatronin St. C\u00e4cilia beschafft; 1767 wurde das \u00e4lteste erhaltene Protokollbuch angelegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts hatte sich das Sch\u00fctzenwesen so weit etabliert, dass es auch der Unterhaltung und Brauchtumspflege diente.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch den 1. Weltkrieg, die anschlie\u00dfende Inflation und die Weltwirtschaftskrise ruhte dann das Hubbelrather Sch\u00fctzenleben f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst Ende 1931 wurde die Bruderschaft wiederbelebt. 1935 konnte aus einer Sammlung von alten M\u00fcnzen im Wert von 487 Reichsmark eine neue K\u00f6nigskette angeschafft werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider w\u00e4hrte die Freude \u00fcber das wiedererlangte Bruderschaftsleben nur kurze Zeit. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 war f\u00fcr Vereinigungen mit den Zielsetzungen einer christlichen Bruderschaft, durch die Gleichschaltung aller Vereine, kein Platz mehr in der damaligen Gesellschaft. Es wurden zwar noch einige Sch\u00fctzenfeste gefeiert, aber die Aktivit\u00e4ten in der \u00d6ffentlichkeit mussten immer mehr eingeschr\u00e4nkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Protokoll \u00fcber die Generalversammlung vom 28.1.1940, in dem u.a. die Sch\u00fctzenbr\u00fcder erw\u00e4hnt werden, die zum Kriegsdienst eingezogen wurden, endet die Berichterstattung wieder f\u00fcr lange Jahre. Durch das Verbot des nationalsozialistischen Regimes existierte die Sch\u00fctzbruderschaft praktisch von 1940 an nicht mehr.<br>Da die Besatzungsm\u00e4chte in den ersten Nachkriegsjahren jegliche Bet\u00e4tigung von Sch\u00fctzenvereinen untersagt hatten, fanden sich erst am  1.12.1952 einige ehemalige Sch\u00fctzen unter ihrem damaligen Pr\u00e4ses, Herrn Dechant Petri zusammen und beschlossen ein Wiederaufleben der Bruderschaft.&nbsp; Mit dem K\u00f6nigsschie\u00dfen von 1953 wurde dann eine neue \u00c4ra des Hubbelrather Sch\u00fczenlebens begonnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da auch in Hubbelrath durch den Krieg, die Vertreibung und Umsiedlung von Menschen aus ganz Deutschland eine erhebliche Umstrukturierung innerhalb der Bev\u00f6lkerung eingetreten war, setzte sich die urspr\u00fcnglich fast ausschlie\u00dflich. Die katholische Bev\u00f6lkerung ist jetzt fast zu gleichen Teilen aus evangelischen und katholischen Christen zusammengesetzt. So konnte es auch nicht ausbleiben, dass 1968 die ersten evangelischen Christen aufgenommen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da jedoch der Zeitgeist und die stetige Emanzipation auch an einer reinen M\u00e4nnerbruderschaft nicht spurlos vorbeigingen, entschloss man sich im Jahre 1974 nach langen \u00dcberlegungen und heftigen Diskussionen, innerhalb der Jungsch\u00fctzen-Abteilung auch M\u00e4dchen aufzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt war das etwas ganz Aussergew\u00f6hnliches. Heutzutage ist es ganz normal, dass auch Frauen als aktive Sch\u00fctzinnen in der Bruderschaft anzutreffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der 1975 erfolgten Angliederung Hubbelraths an die Landeshauptstadt D\u00fcsseldorf bildet die Bruderschaft aber weiter zusammen mit den Sch\u00fctzen aus Erkrath, Hochdahl-Sandheide und Mettmann innerhalb des Bundes der historischen deutschen Sch\u00fctzenbruderschaften den Bezirksverband Niederberg. Sie ist auch&nbsp;Mitglied der &#8220;Interessengemeinschaft D\u00fcseldorfer Sch\u00fctzenvereine\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Grundideale der Sch\u00fctzenbruderschaft &#8220;F\u00fcr Glaube, Sitte und Heimat\u201c,einzutreten, diese zu pflegen und zu verteidigen ,die sich die Bruderschaft zur Aufgabe gemacht hat, haben auch&nbsp; in der heutigen Zeit ihre G\u00fcltigkeit nicht verloren . Dazu geh\u00f6rt auch, Verantwortung f\u00fcr das Gemeinwohl zu \u00fcbernehmen. Dieser Verantwortung stellt sich unsere Bruderschaft auch heute. Dies zeigt sich u.a. im&nbsp; Engagement vieler Sch\u00fctzenschwestern und Sch\u00fctzenbr\u00fcder in politischen Gremien als Mandatstr\u00e4ger\/innen wie z.B. im Rat der Landeshauptstadt D\u00fcsseldorf oder in der zust\u00e4ndigen Bezirksvertretung 7, in&nbsp; verschiedenen Gremien der katholischen und evangelischen Kirche und nicht zuletzt auch als Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hubbelrath.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne das gro\u00dfartige Engagement vieler Hubbelrather Sch\u00fctzenschwestern und Sch\u00fctzenbr\u00fcder w\u00e4re ein wertvoller Teil unserer Ideale sowie das heimatst\u00e4dtische Brauchtum untergegangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Dietmar Adrian<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Anwachsen der St\u00e4dte im 12.\/13. 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